So verschieden wir Menschen auf der ganzen Welt sind, so facettenreich sind auch die Gerichte, die wir als erste Mahlzeit des Tages zu uns nehmen.
Jeder Tag bietet erneut die Möglichkeit, ihn gesund zu starten und seinem Körper sowie seinem Geist, Gutes zu tun.
Bereits im alten Ägypten wurden erste Hinweise darauf gefunden, was wir heute als Frühstück bezeichnen. Damals wurde Obst, Gebäck oder Mandeln gegessen, getrunken wurde Bier oder Wein, mit Wasser verdünnt.
Die vielfältigen Speisen, die heutzutage in anderen Ländern gegessen werden, können auch uns als kleine Inspirationsquelle dienen: Im arabischen Raum startet man mit Fladenbrot, Käse, Datteln oder einem Shakshuka in den Tag. In manchen asiatischen Ländern sorgt eine Nudel- oder Miso-Suppe mit Tofu für einen gesunden Morgen. In Costa Rica startet man mit Bohnen und Reis herzhaft in den Tag.
Ernährung prägt nicht nur unsere Gesundheit, sie regt auch unser körperliches und geistiges Wohlbefinden an. Somit ist nicht nur wichtig, dass man isst, sondern auch, was man isst. Ein nährstoffreicher Morgenimpuls kann dem Körper helfen, vom Nachtmodus in den Tagesmodus zu wechseln. Wer seine Hauptenergie eher in der ersten Tageshälfte zu sich nimmt, arbeitet oft mehr mit dem natürlichen Tagesrhythmus des Körpers als gegen ihn.
Um aktiv, harmonisch und voller Lebenskraft in den Tag zu starten, ist es wichtig, die Magen- und Milzenergie optimal zu stärken. Ein erwärmendes und kräftigendes Frühstück besteht aus einer Kombination aus komplexen Kohlenhydraten, löslichen Ballaststoffen, Proteinen, guten Fetten, sekundären Pflanzenstoffen und funktionellen Extras, es tut unserem Körper gut, sorgt für ein wohltuendes Bauchgefühl, stabilisiert den Blutzucker, verbessert die Sättigung, sorgt für bessere Konzentration und unterstützt die Muskelproteinsynthese. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Protein, das beispielsweise in Nüssen, Hülsenfrüchten, hochwertigem Proteinpulver, Joghurt, Skyr, Topfen, Eiern oder Tofu vorkommt.
Weitere Vorteile eines ausgewogenen Frühstücks sind:
geringeres Schlaganfallrisiko
bessere Körperwahrnehmung
positive Wirkung auf die mentale Stärke
geringeres Verlangen nach Zwischenmahlzeiten
hebt die Laune und wirkt sich positiv auf das Glücksgefühl aus
verbesserter Stoffwechsel und bessere Verwertung von Kalorien
Wer frühmorgens partout nichts essen mag, kann sich ein belegtes Vollkornbrot, Overnight Oats, eine Banane mit Nussbutter oder eine Portion Obst oder Trockenfrüchte und eine Handvoll gemischte Nüsse mit in die Arbeit nehmen.
Weitere Möglichkeiten, morgens Energie zu tanken, ohne zu früher Stunde bereits groß zu Frühstücken, bietet der Protein Coffee, also Kaffee mit Proteinpulver zu kombinieren sowie die Idee „Split your Breakfast“. Dabei wird ein vollwertiges Frühstück vorbereitet, gegessen wird es aber in zwei Etappen. Hierfür eignen sich insbesondere Overnight Oats oder ein belegtes Brot.
Die drei Frühstückstypen
Damit das Frühstück sättigend ist und uns Kraft für den Tag geben kann, sollte es auf den jeweiligen Menschen und seinen individuellen Stoffwechsel bestmöglich abgestimmt sein. Das bedeutet, dass nicht jede Person mit dem gleichen Gericht gleich lange satt bleibt und somit das Frühstück typgerecht gestaltet werden sollte.
Man unterscheidet drei Arten von Stoffwechseltypen:
Typ „Kohlenhydrate“: Für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl benötigt er ausreichend komplexe Kohlenhydrate wie beispielweise Vollkornbrot, Buchweizen, Quinoa, Bohnen, Haferflocken, Mais, Hirse, Linsen, Äpfel, Birnen und Bananen. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an, das Sättigungsgefühl bleibt lange bestehen.
Typ „Proteine“: Dieser Typ bleibt mit besonders eiweißreichen Speisen lange satt. Dazu zählen Gerichte mit Eiern wie beispielsweise Omelette, Rührei, hartgekochte Eier sowie Milchprodukte, Joghurt, Porridge, Nüsse, Kerne und Hanfsamen.
Typ „Mix“: Eine Kombination aus Kohlenhydraten und Proteinen hält den Mischtypen am längsten satt. Das kann beispielsweise ein Vollkornbrot mit Hüttenkäse, Avocado, Obst und einem Ei sein, oder ein warmer Porridge mit geriebenen Äpfeln, Nüssen und Trockenfrüchten.
Wie findet man den persönlichen Frühstückstyp heraus?
Am besten überlegen Sie, wie Sie an freien Tagen oder im Urlaub frühstücken und ob Sie mit diesen Speisen lange satt bleiben. Diese Infos liefern einen guten Hinweis auf den jeweiligen Frühstückstyp.
Starten Sie am liebsten mit einem entspannten Frühstück samt Kaffee, Gebäck und Eiern oder einer warmen Mahlzeit in den Tag? Oder reicht ein schnelles Frühstück am Weg in die Arbeit oder lassen Sie die erste Mahlzeit des Tages ganz aus? Optionen für den Start in den Tag gibt es viele und jeder Mensch ist im Hinblick auf das Frühstück individuell, doch eines gilt einheitlich – Frühstücken ist gut für unseren Bauch und das Gehirn.
Eine Typologie der Frühstückstypen – denn Ihr Frühstück verrät, wer Sie sind
Das tägliche Frühstück ist für die meisten Menschen eine sehr, sehr wichtige Konstante. Zwischenmahlzeiten sowie Mittag- und Abendessen sind variabel und verhandelbar, gerade auf Reisen wird oft gerne Neues ausprobiert, aber bei dem Gedanken daran, ein neues Frühstück ausprobieren, da scheiden sich die Geister.
An nichts erkennt man den Charakter eines Menschen so gut wie an der Wahl seines Frühstücks.
Der Granola Boy
Der Gesundheitsbewusste ist der Barkeeper unter den Frühstückstypen. Gute Vorbereitung ist bei ihm das A und O, ohne das meditative Aufschneiden verschiedener Obstsorten wird er gar nicht erst richtig wach. Zum Basismüsli werden Körner, Samen und allerhand weitere Flocken gemischt, schließlich will er alles richtig machen und keinesfalls leere Kalorien zu sich nehmen. Das Ganze wird mit Flüssigkeit aufgegossen und los gehts mit der Energieaufnahme, denn erwiesenermaßen gibt Müsli nicht nur Kraft für einen guten Start in den Tag, sondern hält auch lange satt.
Der Granola Boy ist von der zielstrebigen Sorte, er hat ein hohes Sendungsbewusstsein, manchmal kann seine Gegenwart anstrengend sein. Zu finden ist er bereits vor Sonnenaufgang auf einem exponierten Gipfel oder in schwindelerregender Höhe am Kletterfelsen hängend.
Der Zucker-Beißer-Typ
Dieser Typ bevorzugt ein süßes und üppiges Frühstück, auf das er sich oft schon am Vorabend freut. Den höchsten Genuss bereitet ihm ein warmer Nutella-Toast, eine Brioche mit dick Butter und Honig ist ok, eine Semmel mit Marmelade und Erdnussbutter – beides auf einmal, versteht sich von selbst – nimmt er auch, Hauptsache viel Zucker, denn der macht munter und morgens herzhaft, das bringt er keinesfalls runter.
Der Zucker-Beißer-Typ ist von der redseligen, humorvollen und impulsiven Sorte, man findet ihn stets umgeben von Menschen, Menschentrauben sind sein place to be, Natur pur ist nicht so seins.
Das ewige Kind
Bei ihm kommt auf den Teller, was er von klein auf gewöhnt ist: eine Tasse Kakao und ein Milchbrötchen – ohne findet er nicht in den Tag hinein und das Leben ist so schon chaotisch genug.
Das ewige Kind ist sehr heimatverbunden, friedliebend und stets gut organisiert. Es kann über seinen Schatten springen und fremdes Frühstück essen, wenn auch etwas widerwillig.
Der Espressionist, oder auch: der Verweigerer
Er ist im Dauerstress und isst nichts, denn er hat gar nicht die Zeit dazu, sich mit Frühstücken aufzuhalten. Sein Motto lautet: aufstehen, richten, raus zur Tür. Maximal ein Kaffee (und eine Zigarette), Kopfschmerzen am Vormittag sind vorprogrammiert.
Der Espressionist ist tendenziell verkopft, besorgt und eher sensibel. Man findet ihn im Café, bei einem weiteren Kaffee, denn Wasser schmeckt am besten, wenn es zuvor durch die Kaffeemaschine gelaufen ist. Fremdes Frühstück beäugt der Skeptiker in ihm äußerst misstrauisch, doch sobald er sich darauf einlässt, ist er schnell begeistert davon und merkt, wie gut es tut, sich morgens energetisch zu fühlen.
Der Tischleindeckdich-Typ
Niemand, aber auch wirklich niemand, isst morgens ausgiebiger als der Zelebrierer. Keiner nimmt sich die Aussage „Frühstücke wie ein Kaiser, …“, mehr zu Herzen, als er. Selbst werktags setzt er sich mit Hingabe an den akribisch gedeckten Tisch und während er Tee und Kaffee schlürft, sein weich gekochtes Ei mit Speck und Brot, allerlei Belägen und Aufstrichen verspeist und noch das Joghurt mit frischen Früchten nachschiebt, liest er die Zeitung von vorne bis hinten durch und verbraucht ganz nebenbei und unbemerkt schon die Gesamt-Kalorienmenge eines Tages.
Der Tischleindeckdich-Typ ist entspannt, manchmal auch ein bisschen selbstgefällig, man trifft ihn im Park, denn allzu weit kommt er mit dem vollen Bauch nicht und zu viel Bewegung soll man in dem Zustand ja sowieso nicht machen.
Der Exot
Der Exot wechselt seine Frühstücksvorlieben so oft, wie andere ihre Unterwäsche wechseln. Die Porridge-Phase hat er schon durch, Leinsamen waren eine Zeit lang das Ding, momentan steht exotisches Obst hoch im Kurs. Er probiert einfach alles mal aus und könnte sich dann ein paar Wochen lang reinlegen, bis es ihm von heute auf morgen viel zu fad wird und er ein neues Abenteuer braucht.
Der Exot ist äußerst begeisterungsfähig, manchmal ein bisschen windig, an den entlegensten Plätzen dieser Welt zu finden, Hauptsache seine Hängematte ist immer dabei, denn in die legt er sich nach dem Frühstück am liebsten rein.
Quellenangaben
https://reformhaus.de/blogs/ernahrung/fruehstueck-ihr-gesunder-start-in-den-tag
https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/fruehstueck-esstyp-104.html
https://www.eurohike.at/de/blog/fruehstuecks-ideen-und-typen





